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Gesellschaft für photographische Edeldruckverfahren e.V.

 

Druckverfahren

DAS für Öldruck


Erfahrungsbericht:


Der klassische Öldruck basiert auf ein mit Gelatine beschichtetes Papier, bei der die Schicht mittels eines Chromat dahingehend Lichtempfindlich gemacht wird, dass dies die Gelatine proportional zur Lichteinwirkung unterschiedlich härtet. Legt man dieses Papier in Wasser nimmt die Schicht an den unbelichteten Stellen mehr Wasser auf als die belichteten Stellen. Mittels einer ölhaltigen fetten Druckfarbe kann dieses Bild danach mit Pinsel oder Walze eingefärbt werden.


Für das Chromat gibt es inzwischen eine Alternative: Diazidostilbene (auch DAS genannt).


4.4 '-DIAZIDOSTILBENE-2.2 '-disulfonic Acid disodium Salt Tetrahydrate C14H16N6Na2O10S2  


Ich möchte hier nun meine ersten Erfahrungen dazu mitteilen.


Genau wie das DIAZO für den Gummidruck wird von dem DAS-Pulver eine 0,5%-ige Lösung angesetzt, und diese ist ebenfalls nicht sehr lange haltbar und muss kühl und dunkel gelagert werden.

Achtung: immer Handschuhe und Schutzbrille tragen!

Man setzt am besten nur so viel Lösung an wie man eben gerade benötigt. Für einen 35x50cm großen Bogen Öldruckpapier benötigt man ca. 25ml DAS-Lösung. Die Lösung wird bei gedämpften Licht gleichmäßig aufgetragen und verteilt. Wenn es genug und gleichmäßig in die Gelatineschicht eingedrungen ist, kann der überschüssige Rest wieder mit einem Lappen oder Schwamm entfernt werden. Es dürfen keine Pfützen oder Tropfen stehen bleiben! Danach das Papier zum Trocknen wie gehabt aufhängen.

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Ist das Papier wieder trocken kann unter einem Negativ mit UV-Licht kopiert werden. Nach meinen Erfahrungen hat das Öldruckpapier welches mit DAS sensibilisiert wurde eine sehr ähnliche Empfindlichkeit wie ein Öldruck welcher mit Chromat sensibilisiert wurde.


Nach dem Kopieren (Belichten) muss das Papier ausgiebig und lange gewässert werden. Die belichteten Stellen lassen ein gelb-oranges Bild zurück, welches mit einem speziellen Klärbad entfernt werden muss.

Wollte man den Öldruck nur umdrucken wäre diese Prozedur nicht erforderlich.


Das Einfärben erfolgt wieder wie gehabt. Das Papier wird in Wasser gelegt und man lässt die Gelatineschicht quellen. Daraufhin wird mit fetter Druckfarbe eingefärbt.


Fazit: es funktioniert! Man kann Öldrucke auch ohne Chromate herstellen. Einige Prozessabläufe müssen angepasst werden. Öldruck mit DAS sensibilisiert benötigen Negative mit etwas höherem Kontrastumfang. Der Einfachheit halber sollten diese Negative etwas mehr Struktur (Körnung oder Raster) aufweisen.

Die selbst hergestellten Öldruckpapier sollte recht frisch gegossen sein und die Belichtung könnte vielleicht um 10-20% länger sein als bei Chromat-sensibilisierten Öldrucken.


Rezeptur für das Klärbad (Zweibad-Verfahren):


Lösung Bad A  (ca. 1/1 - 1 Minute):

- Wasser                           460 ml

+ Kaliumpermanganat          3 g

+ Natriumclorid (Kochsalz)  7 g

+ Eisessig                          12 ml

Auffüllen mit Wasser auf 500ml


Ohne Zwischenwässerung


Lösung Bad B (ca. 3 - 5 Minuten):

- Wasser                           470 ml

+ Natriumdisulfit                  15 g

+ Natriumsulfit                     15 g

Auffüllen mit Wasser auf 500ml


Arbeitslösung:  jeweils 1:20 mit Wasser

Danach mindestens 10 Minuten wässern


Nach dem Belichten(Kopieren), jedoch vor dem Wässern

Nach dem Wässern

fertig eingefärbter Öldruck, jedoch nicht vorher geklärt

Klärbad A:

Klärbad B:

DAS - Diazidostilbene